Unknown Horizons

Unknown Horizons: Echtzeitstrategie im Anno-Gewand

Die Anno-Serie von Sunflowers dürfte den meisten Fans von Echtzeitstrategiespielen ein Begriff sein. Mit Schiffen reisen, siedeln, bauen und wenn nötig sein Land und Besitztümer verteidigen. Diesen Ansatz verfolgt auchUnknwon Horizons“ und hat sich somit hohe Ziele gesteckt.

„Unknown Horizons“, zu Deutsch „Unbekannte Horizonte“, ist eine strategische Wirtschaftssimulation, welche von einem deutschen Entwicklerteam ins Leben gerufen worden ist. Wirft man einen genaueren Blick auf die Website des Projekts, wurden die ersten Schritte für „Unknown Horizons“ bereits Ende 2007 gemacht. Immerhin etwas mehr als zwei Jahre, die bisher ins Land gegangen sind. Grund genug, um sich gen Horizont zu bewegen und das Unbekannte ein wenig näher heran zu holen.

Bei dem 2D Echtzeit Strategie-Spiel kommt es nicht von ungefähr, dass die Screenshots und die ganze Aufmachung, welche man schon auf der Website bewundern kann, bevor man überhaupt los spielt, an die Anno-Serie von Sunflowers erinnert. Die Entwickler machen keinen Hehl daraus, dass sich „Unknown Horizons“ grob an der-Anno Serie orientiert. Um jegliche Spekulationen oder Hoffnung direkt im Keim zu ersticken: „Anno“ und „Unknown Horizons“ haben ansonsten nichts miteinander zu tun, es ist dementsprechend auch nicht möglich, Inhalte jedweder Art von „Anno“ in „Unknown Horizons“ zu importieren.

Die Technik rund um „Unknwon Horizons“
Kern des Spiels ist die FIFE-Engine, eine 2D-Spiele-Entwicklungsplattform, die in ihren Grundzügen der Fallout-Engine entspringt und leider dafür sorgt, dass das Spiel in der aktuellen Form noch etwas ressourcenfressend ist. Bei den Systemanforderungen wird lediglich ein Mindestakt von 2 Gigahertz beim Prozessor angegeben, was bei einem Spiel wie „Unknown Horizons“ doch schon recht ambitioniert erscheint. Um überhaupt erst in den Genuss des Spiels zu kommen, ist es selbstredend notwendig, es herunterzuladen. In der Downloadsektion erhält man die Auswahl zwischen einer Windows, Linux 32 Bit und einer Linux 64 Bit Version. Der Windows Installer ist 47 Megabyte groß, was verhältnismäßig schmal ist, jedoch ist es notwendig, um das Spiel korrekt ausführen zu können, ebenfalls eine aktuelle Phyton Version zu installieren, sowie PyYAML und OpenAL. Beides ist jedoch in dem Installer enthalten, so dass die Installation relativ problemlos verlaufen sollte.

Zum Zeitpunkt des Tests lag „Unknown Horizons“ in der Version 2009.02a vor, was bedeutet, dass sich das Spiel noch immer in der Alpha Phase befindet. Dementsprechend sollte man sich bereits vor Spielbeginn darauf gefasst machen, dass bei weitem alles noch nicht so läuft, wie es sich die Entwickler – und wahrscheinlich auch die Spieler – wünschen würden und des Weiteren kann man sich getrost darauf einstellen, den einen oder anderen Absturz des Spiels mitzuerleben.

Aller Anfang ist schwer
Schon während des Starts von „Unknown Horizons“ fühlt man sich in der Zeit ein wenig zurückversetzt. Es öffnet sich ein Dos-typisches Fenster, in dem man zeitgleich einige Befehle sehen kann, die abgearbeitet werden. Man sollte es auch tunlichst vermeiden, dieses kleine Fenster zu schließen, denn, wie Sie vermutlich schon richtig erraten haben, damit wird auch „Unknwon Horizons“ beendet. Damit man unter keinen Umständen zu wenige Fenster geöffnet hat, startet das Spiel standardmäßig im Fenstermodus. Möchte man im Vollbildmodus spielen, so muss dies erst in den Einstellungen geändert werden und ist dann nach einem erneuten Spielstart verfügbar. Zum Thema „Beenden des Spiels“ kommt auch schon der erste, nicht ganz kritische aber dennoch sehr nervenaufreibende Fehler zum Vorschein: schließt man das Spiel, egal ob über den Quit-Button im Menü oder die „Fenster schließen“-Funktion im Fenster-Modus, gibt es einen kleinen Crash und Windows versucht erst einmal einen Fehler zu beheben, der laut Systemmeldung mit Phyton in Zusammenhang steht. Dieser Fehler trat während des Tests sowohl unter Windows Vista als auch Windows 7 auf. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Fehler schnell beseitigt wird und vielleicht bleiben ja Linux- und Windows XP User ohnehin von diesem Fehler verschont.

Hat man das Spiel erfolgreich gestartet, kommt man ohne jegliche Introsequenz in das Menü des Spiels und wird in Form eines Steuerrades mit einigen Menüpunkten konfrontiert. Wenn man sich im ersten Schritt dem Menüpunkt Einstellungen zuwendet, kann man die Sprache auch in Deutsch ändern, statt der Standardeinstellung „Systemsprache“, die allerdings in jedem Falle Englisch zu sein scheint, selbst wenn die „Systemsprache“ Deutsch ist. Hat man dann doch zu Deutsch gewechselt, so fällt einem sofort der Menüpunkt „Mehrspieler“ ins Auge. Klickt man jedoch erwartungsvoll darauf, erhält man lediglich die Mitteilung, dass diese Funktion noch nicht implementiert ist. Ähnlich ergeht es einem auch bei dem Menüpunkt „Die Glocke läuten“: es erklingt ein nett anzuhörender Glockensound, aber ansonsten bekommt man die frustrierende Mitteilung, dass dies lediglich ein „Platzhalter“ ist. Schade!

Zumindest, das muss man den Entwicklern lassen, ist die Musik recht ordentlich und schafft eine gute Stimmung und es gibt auch noch den Menüpunkt „Mitwirkende“, der, Sie werden es ahnen, einwandfrei funktioniert. In Ermangelung anderer Spielmodi kann man sich also getrost dem „Einzelspieler“ Button zuwenden, um dann schlussendlich in das Spielgeschehen einzusteigen.

Der Spielfluß von „Unknown Horizons“
Eine Erklärung um was es in „Unknown Horizons“ geht, benötigt man wirklich nicht, denn schon beim ersten Spielbildschirm wird klar, was das Ziel ist: siedeln, bauen, verteidigen. Eine Vorgeschichte haben sich die Entwickler in weiser Voraussicht ebenfalls gespart, denn Gründe kann es ja zahllose geben, warum man sich auf einem Schiff befindet, um irgendwo neu anzufangen. Nicht wissend warum, obwohl man eventuell optimistischerweise auf „Campaign“ und „Tutorial“ geklickt hat (hier sei angemerkt: wir befinden uns in der deutschen Version), erreicht man mit dem Schiff Land. Was wie genau zu tun ist, erfährt man auch im Tutorial nicht, aber da „Unknown Horizons“ so gar nichts Neues bietet, kann man getrost auf seine Erfahrungen in dieser Art von Spielen zurückgreifen. Also das Schiff mit Linksklick auswählen und mit einem Rechtsklick an die gewünschte Position.

Die eventuell anfallenden Menüpunkte sind recht intuitiv an der kreisrunden Karte angehängt, welche sich oben rechts befindet. Hat man sich die ersten paar Male mit seinem Schiff bewegt oder damit begonnen, Häuser und Einheiten zu bauen, fällt, neben den zahlreichen Abstürzen, die man immer wieder zu erleiden hat, sehr negativ auf, dass die Maussteuerung nicht nur sehr schwergängig ist, sondern auch mit der Kollisionsabfrage irgendetwas nicht ganz in Ordnung sein kann. Bei manchen Buttons ist es nicht möglich, sie zu betätigen, obwohl man mittig drauf ist. Hierzu ist es dann nötig, ein wenig abzuweichen und einen anderen, anklickbaren Punkt zu finden, der sich aber unter Umständen auch außerhalb des Buttons befinden kann.

In Ermangelung an Settings und Karten, es gibt zum momentanen Zeitpunkt drei, darunter eine Zufallskartenfunktion, ist das Spiel nicht nur von kurzer Dauer, es fehlt auch eine Motivation, das Spiel länger zu spielen und ein Spielfluss ist leider nicht erkennbar. Zudem sind das gesamte Baumenü und die bauliche Infrastruktur derart unlogisch und schwergängig, dass auch während des Spielens nur wenig Freude aufkommt. So müssen zwischen einzelnen Gebäuden beispielsweise Pfade errichtet werden: warum die Siedler nicht auf der Wiese laufen können, obwohl sie dies zum Beispiel beim Holz fällen auch tun, ist nicht erkennbar. Zudem das Drehen der Pfade, das notwendig ist, um sie korrekt anzulegen, umständlich mit der Tastatur gemacht werden müssen.

Fazit
„Unknown Horizons“ verfolgt sicherlich einen lobenswerten Ansatz auch wenn man zum momentanen Zeitpunkt noch nicht genau sagen wo es sich hin entwickeln wird. Obwohl schon über zwei Jahre Arbeit in das Spiel geflossen sind, haben die Entwickler sicherlich noch vieles vor sich um „Unknown Horizons“ zu einem Spiel zu machen, das mit anderen Projekten in diesem Genre zumindest gleich ziehen kann. Trotz der technischen Schwierigkeiten die eine spielbare Alpha-Version mit sich bringt, kann man einige Ansätze finden die „Unknown Horizons“ interessant machen, so zum Beispiel die Ankündigungen der noch zu implementierenden Features, die dann doch Lust auf mehr machen und den potentiellen Spieler dazu anleiten könnten immer mal wieder einen Blick auf die Entwicklung von „Unknwon Horizons“ zu werfen.

Download hier: Download

Zum Download werden Sie auf die Seite des Herstellers (externe Seite) weitergeleitet.


Bildergalerie

Für weitere Screenshots empfehlen wir die Herstellerseite zu besuchen.


Video


 

 

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