Baphomets Fluch 2.5

Baphomet´s Fluch 2.5: Augen auf und Platz gemacht für das kultigste kostenlose Adventure.

Kaum zu glauben was die Jungs von „mindfactoryhier in jahrelanger Arbeit auf die Beine gestellt haben. Ein Fan-Projekt, das sich vor Vollpreis-Adventures keineswegs zu verstecken braucht. Denn wenn man bedenkt, das die Entwickler jahrelang, freiwillig und größtenteils unbezahlt, sich diesem riesigen Projekt gewidmet haben ist es um so erstaunlicher was dabei heraus gekommen ist. 2008 präsentierte das Team Baphomet´s Fluch 2.5 .

Der erste Teil,programmiert von Revolution Software, begeisterte Adventurefans bereits 1996. Der zweite Teil stand unter dem Namen „Baphomets Fluch II: Die Spiegel der Finsternis“ in den Läden. Bereits nach den ersten beiden Teilen entstand etwa im Jahre 2000 die Idee des hier genannten Baphomets Fluch 2.5 – das Team mindfactory formierte sich 2001 und nahm die Arbeit auf.

2003 erschien dann der dritte Teil der Serie. Baphomets Fluch III: Der schlafende Drache. Aufgrund der großen Resonanz auf der Games Convention in Leipzig im Jahre 2005 erschien trotz der eigentlich geplanten Trilogie im Herbst 2006 der vierte und bisher letzte offizielle Teil – Baphomets Fluch IV: Der Engel des Todes.

Baphomets Fluch 2.5 spielt, wie der Titel schon vermuten lässt zwischen dem zweiten und dritten Teil. Die Entwickler dachten wohl damals auch nicht, das sie insgesamt sieben Jahre in die Entwicklung stecken würden und ihr Projekt die Fertigstellung erst 2008 feiern würde.  Die Entwickler waren zum Start gerade mal zwischen 13 und 20 Jahre alt. Von den ehemals etwas über fünfzig Leuten, die sich hierfür begeisterten blieben bis zum Release nur elf übrig. Diese aber haben sich hier ihr Denkmal selbst errichtet!

Spielübersicht

Nach dem ersten Spielstart landen Sie in einer proffesionell gestalteten Introsequenz. Hier wird an den zweiten Teil angeknüpft und eine eigene Handlung zwischen dem vorhergehenden und folgenden „Fluch“ gesponnen. Zuerst finden Sie sich vor Nicos Haus in der Rue Jarre wieder, einem für Kenner sehr vertrauten Ort des ersten Teils,  unzwar komplett in 2D. (A.d.R.: der dritte Teil beinhaltete bereits 3D Elemente, insbesondere die liebevoll gestalteten 2D Hintergründe der Vorgänger wurden von den Fans vermisst)

George, der Hauptakteur hatte in New York ein Telegramm erhalten in dem von Nicos Tod die Rede war. Völlig unter Schock stehend reist er nach Paris, wo er Nico aber noch sehr lebendig in ihrer Wohnung antrifft. Diese will scheinbar nichts wissen von dem Telegramm und setzt George prompt vor die Tür. Was geht hier vor, fragt er sich berechtigt.

Zuviel von der Geschichte soll hier aber nicht verraten werden, nur soviel, das sich der zweieinhalbte Teil nahtlos in die bestehende Geschichte einfügt und man immer wieder auf altbekannte Schauplätze trifft, die an die guten alten Zeiten erinnern. Allerdings haben sich die Entwickler nicht nur auf Altbewährtes verlassen, sondern auch jede Menge neue Orte geschaffen, die es zu besuchen gilt.

Die Geschichte ist spannend erzählt und an unerwarteten Wendungen mit dem einen oder anderen Aha-Effekt mangelt es keineswegs. Die Rätsel sind für die Reihe typisch und vom Schwierigkeitsgrad auf leicht gehobenem Niveau durch Nachdenken gut lösbar. Die Spielzeit sollte auch bei Genreveteranen um die 5-6 Stunden liegen bevor der Abspann über den Bildschirm flimmert.

Test:

Die Steuerung ist so einfach gehalten, das selbst Genreneulinge sich nach den ersten Minuten problemlos zurecht finden. Der Cursor wurde aus den ersten Teilen übernommen, ebenso die Gesprächsicons. Das Inventar öffnet sich am unteren Bildschirmrand sobald der Cursor dorthin bewegt wird, ebenso das Optionsmenu am oberen Ende. Neu ist im Vergleich zu den Vorgängern, das man sich per Doppelklick zum nächsten Ausgang teleportieren lassen kann und somit längere Wartezeiten entfallen. Die eigens für den zweieinhalbten Teil entwickelte Engine meistert ihre Arbeit problemlos. Längere Ladezeiten bleiben vollständig aus – etwas das selbst kommerzielle Konkurrenten teils nicht bewerkstelligt bekommen.

Die Grafik wurde etwas aufgebohrt, so spielt man nun mit 800×600 Bildpunkten in einer deutlich klareren Grafik als in den Vorgängern. Die bekannten Schauplätze wurden nicht einfach übernommen, sondern komplett neu gezeichnet. Trotzdem ist bei den Vorgängern in manchen Szenen, trotz geringerer Auflösung, etwas mehr Liebe zum Detail zu erkennen. Dies wird in 2.5 aber wieder wett gemacht mit anderen liebevoll gestalteten Details, wie anmimierten Vögeln oder Fahrzeugen die sich durch das Bild bewegen. Besondere atemberaubend sind die Zwischensequenzen, welche mit viel Liebe zum Detail das Ganze perfekt abrunden. Der Grafikstil ist leider über das Spiel hinweg nicht einheitlich gelungen. Die zu Beginn klaren Konturen der Schauplätze weichen im späteren Verlauf gewollter Unschärfe im Vordergrund. Dies mag sicher an der langen Entwicklungszeit liegen und dem einen oder anderen wechselnden Grafiker in dieser Zeit.

Musikalisch wird hier ein Meisterwerk abgefeuert sondersgleichen, so das selbst viele käufliche Titel nicht im geringsten mithalten können. Nicht nur der Soundtrack ist ein Ohrenschmaus, auch die vielen Hintergrundgeräusche in den einzelnen Szenen sind ein Leckerbissen – und das ohne penetrant zu werden über die Zeit. Sehr untypisch ist auch für ein Fan-Projekt, das ein Teil der Aufnahmen im toneworx-Studio professionell abgemischt wurden – also echten Experten auf dem Gebiet der Spiele-Vertonung. Noch mehr Nähe zu den ersten Teilen kommt durch die vielen originalen Sprecher auf, die zum Großteil „ehrenamtlich“ für den zweieinhalbten Teil einsprachen. So spricht z.B. Alexander Schottky wieder Georges bekannte Stimme. Für Nicos Stimme konnte die eigentliche Sprecherin, Franziska „Scully“ Pigulla, leider nicht engagiert werden, aber ihr Ersatz, Agnes Regan, ist als Vertretung würdig. Der Unterschied ist kaum festzustellen!

Insgesamt wurden 50 Rollen mit ca. 40 zum Teil sehr bekannten Sprechern vertont. Darunter z.B. Joachim Kerzel, die deutsche Stimme von Jack Nicholson oder Norman “Guybrush” Matt. Manchmal bemerkt man aber trotz der teils hochkarätigen Besetzung, das einige eingesprochene Texte nicht noch einmal überarbeitet wurden vor der Vollendung des Projekts. So kommt es vor, das George in einer Szene unterschiedlich laut oder auch in unterschiedlichen Tonlagen spricht. Vermutlich wurden die Sätze in unterschiedlichen Sitzungen aufgenommen. Ebenso fällt auf, das Nebenfiguren manchmal in ihrer stimmlichen Besetzung nicht perfekt passen.  Dennoch muss man Respekt zollen für das geleistete Stück Arbeit und darf nicht vergessen, das unsere Geldbörse für dieses intensive Spielerlebnis nicht bluten musste.

Fazit:

Einfach nur Klasse was mindfactory da abgeliefert hat! Kommerzielle Adventures dürfen hier gern einmal in Ausbildung gehen und sich in Sachen Grafik, Atmosphäre und Sound eine Lehrstunde abholen. Auch wenn man bemerkt, das einige Jahre Entwicklungszeit mit immer wieder wechselnden Teammitgliedern vergangen sind oder auch der eine oder andere Grafik und Soundschnitzer auftaucht, so kann man bedenkenlos sagen, das Baphomets Fluch 2.5 ganz weit oben mitspielt und sich vor niemandem zu verstecken braucht – und das ganze auch noch kostenlos! Ein Fan-Adventure erster Güte, ein Leckerbissen für Genreveteranen und auch für Einsteiger bedenkenlos zu empfehlen!

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Bildergalerie


Video


In diesem zweiten Trailer von Baphomets Fluch 2.5 wird die Entstehungsgeschichte des Spiels dargestellt. Auch wenn dieser Trailer schon in die Jahre gekommen ist, hat er dennoch nichts an Attraktivität verloren.

Für weitere Videos empfehlen wir die Herstellerseite zu besuchen.

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